13.11.2011

Die grüne Aufklärung

Umweltschutz war in Indien bisher nur ein Thema für intellektuelle Eliten – das Mega-Thema Wirtschaftsaufschwung und wie möglichst alle Gesellschaftsschichten davon profitieren können dominiert das Agenda-Setting (wenn nicht gerade wieder religiöse Konflikte das Tagesgeschehen bestimmen). “Durch die Hintertür” konnten bereits “grüne” Themen in der indischen Gesellschaft einen Nährboden finden – wenn sie denn den wirtschaftlichen Aufschwung direkt unterstützten, wie z. B. Solarenergieanlagen. So wurden z. B. die massiven Umweltzerstörungen durch den Bau von Infrastruktur- und Staudamm-Projekten nicht als tragisch gesehen – wenn überhaupt, war nur die Umsiedlung von Betroffenen Grund für Unbehagen. Doch es tut sich was auf dem Subkontinent: Es hat sich eine “Grass Roots”-Bewegung entwickelt, die das Thema “Warum Umweltschutz?” ganz pragmatisch angeht: man “erwischt” Menschen bei Umweltsünden (z. B. die besonders in vielen indischen Regionen sehr bedrohliche Wasserverschwendung sowie das Problem der “Vermüllung”) und erklärt ihnen, was das langfristig für Konsequenzen hat. Man setzt dabei auf den Multiplikator-Effekt. Natürlich ist das bei einer Milliarde Menschen eigentlich ein hoffnungsloses Unterfangen, aber immerhin sind bereits ausländische Medien darauf aufmerksam geworden und vielleicht fühlt sich mal ein “Über-Multiplikator” berufen, das Thema zu besetzen – ein Bollywood-Blockbuster mit “grüner” Botschaft könnte da bereits die Initialzündung für ein Umdenken sein. Ein schöner Bericht über die “grüne” Aufklärung in Delhi dazu vom Deutschlandfunk.

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