Mundtot

Das Hamburger Abendblatt berichtet in seiner Online-Ausgabe über die bengalische Schriftstellerin Taslima Nasrin, die nun zusammen mit der hierzulande bekannteren Ayaan Hirsi Ali den “Simone-de-Beauvoir-Preises für die Freiheit der Frauen” verliehen bekam. Nach öffentlicher Kritik hat sie sich ebenso wie die Somalierin den Hass ihrer islamischen Heimatgemeinde auf sich gezogen und muss um ihr Leben fürchten. Ein trauriges Beispiel, wie auch in Indien der Graben zwischen politischer Offenheit (Demokratie, freie Meinung) und religiöser Intoleranz immer größer wird (das betrifft in Indien nicht nur Muslime, sondern Hindus in demselben Maße). Vielleicht der Versuch, der Unsicherheiten der Globalisierung mit einem umso festeren Wertesystem gegenüberzutreten - oder einfach nur ein Machtspiel bzw. eine Möglichkeit, gegenüber anderen wenigstens eine moralische Überlegenheit festzustellen (wenn es schon auf anderen Gebieten nicht klappt). Auf jeden Fall zeigt sich mal wieder deutlich, dass religiöser Fanatismus in Indien den politischen Fanatismus ebenso wie die Korruption als Hauptrisiko für den Zusammenhalt der indischen Gesellschaft weiterhin in den Schatten stellt. Auch die größte Demokratie der Welt muss sich die Frage gefallen lassen, warum die eigenen Bürger durch einzelne Gruppen so schikaniert werden können, dass sie um ihr Leben fürchten müssen.

Artikel-Link

2 Kommentare zu diesem Beitrag.

  1. Heike sagt:

    Sehe ich auch so. Es sollte nicht jeder machen können, was er will!

  2. Shaas sagt:

    >das betrifft in Indien nicht nur Muslime, sondern Hindus in demselben Maße

Dein Kommentar »