Schrecken ohne Ende
Nachdem es 55 Jahre gedauert hat, bis sich Indien und Pakistan auf dem politischen Parkett wieder in die Augen schauen können, wird es anscheinend nochmal so lange dauern, bis auch die letzten Haßprediger begraben sind. Der aktuelle Anschlag zeigt erneut, dass es noch viele unverheilte Stolzverletzungen und Demütigungen gibt und sich zumindest einige nicht damit abfinden können, dass nach Jahrzehnten des gegenseitigen Verachtens nun auf einmal alles in Ordnung sein soll. Und dass gerade im Jahrzehnt des islamistischen Terrors Pakistan sich mit der Rolle als kleiner, ungezogener Bruder abfindet (was natürlich nicht zugegeben wird, aber die Entwicklung liefe darauf hinaus), passt den dem Fundamentalismus nahestehenden Eliten auch nicht ins Weltbild. Also trifft es wieder Dutzende Unschuldige, um die eigene Ohnmacht für einen Moment zu vergessen und für ein paar Tage wenigstens die Schlagzeilen zu beherrschen. Die FAZ versucht über Zusammenfassung der Ereignisse hinaus schon das Sicherheitsproblem am Bahhof in Delhi zu beleuchten, das ohne Frage die Durchführung der Anschläge erleichtert hat.